Schein- und Halblösungen der Klimakrise

Schein- und Halblösungen der Klimakrise

In der politischen Diskussion um die anstehenden Transformationen auf dem Weg zur Klimaneutralität werden auch immer wieder leere Schlagworte, Nischen-, Halb- und Scheinlösungen diskutiert und propagiert.

Hier eine Einordnung einiger gängiger Nebelkerzen:

Technologieoffen

Alles spricht für Technologieoffenheit, aber der Begriff wird immer wieder eingesetzt, um an alten Technologien festzuhalten. Wo klar ist, dass bestimmte Technologien an ihr Ende gekommen sind, müssen wir den Mut haben, auf diese zu verzichten (Beispiele: Verbrenner PKWs, Öl-, Kohle- und Gasheizungen).

Wir haben auch keine Zeit, auf neue Technologien zu warten, die noch nicht massenmarktfähig sind. Solche Technologien sollen marktreif entwickelt werden; aber das darf uns nicht bremsen, die Technologien, die einsetzbar sind, auch einzusetzen.

eFuels, synthetische Kraftstoffe, Wasserstoff, Bio-Sprit, hydriertes Pflanzenöl

Solche Substanzen sind die Champagner der Energieträger - sie sind wichtig und sollten dort eingesetzt werden, wo keine anderen Alternativen zu den fossilen Energieträgern zur Verfügung stehen: bei der Stahl- und Zementproduktion, beim Fliegen, ggf. in der Schifffahrt und einigen andern Anwendungen. Zum Heizen, und für PWKs sind diese Stoffe zu kostbar.

Mehr Informationen zur Bedeutung es Wasserstoffs für die Energiewende

CSR - CCS

Es wird eine wichtige Technik werden, CO2 aus der Atmosphäre auszuscheiden. Allerdings ist diese Technik sehr aufwendig und teuer. Wenn heute gefordert wird, diese Technologie einzusetzen, dann häufig, um die Illusion zu verbreiten, mit dieser Technik könnten unsere Probleme gelöst werden, ohne dass wir andere Veränderungen umsetzen müssten. In der öffentlichen Diskussion darf CCS in keinem Bullshit Bingo fehlen - obwohl dies in unterschiedlichen Spielarten (wo wird CO2 ausgeschieden: aus der Atmosphäre oder Abgasen und was geschieht mit dem extrahierten CO2) eine wichtige Rolle spielen wird.

Kernkraftwerke

nonuke+++ Atomenergie ist keine Lösung für die Klimakrise!

[17.11.2021]

Mitten in der Klimakrise bewirbt die Atomlobby Atomkraft als angeblich einfache Lösung für das Klimaproblem. Auch in den Kommentaren unserer SocialMedia-Accounts tauchen seit Monaten immer mehr Troll-Accounts auf, die Atomkraft als Allheilmittel anpreisen.

All den Lobbygruppen sagen wir ganz klar: Eine gerechte und für alle Menschen lebenswerte Zukunft ist nur ohne Atomkraft möglich.

Die Gründe dafür sind für uns u.a.:

  • Die Nutzung der Atomenergie führt immer zu radioaktivem Müll, der über tausende von Jahren sicher gelagert werden muss und daher ein unkalkulierbares Risiko für künftige Generationen darstellt.
  • Eine rein "zivile" Atomkraft gibt es nicht – Atomenergie birgt immer die Gefahr der militärischen Nutzung.
  • Die Erzeugung von Strom aus Atomenergie ist eine zentralisierte Form der Energiebereitstellung und steht damit im Widerspruch zu einer echten demokratischen Perspektive hinsichtlich Stromproduktion, -verteilung und -verbrauch.
  • Gelder, die jetzt zur Subventionierung der Atomkraft genutzt werden, fehlen beim notwendigen Übergang zu einer nachhaltigen, erneuerbaren Stromerzeugung, wodurch die Klimakrise weiter verschärft wird.
  • Strom aus Atomenergie ist zudem teuer und die eventuelle Errichtung von Atomkraftwerken würde viel zu lange dauern, als dass hiermit ein rechtzeitiges Aufhalten der Klimakrise möglich wäre.

Die Atomkraft steht somit beispielhaft für fundamentale Ungerechtigkeiten, auf denen Gesellschaften weltweit aufgebaut sind. Deshalb sprechen wir uns gegen die weitere Nutzung der Atomkraft aus und unterstützen auch die weltweite Kampagne Don‘t Nuke the Climate! Mehr dazu:
Don't nuke the Climate - Why Nuclear Power cannot solve the Climate Crisis

Quellen: [1] [2]

Beitrag: Social Media AG

Fusionsreaktor

Prototypen von Fusionsreaktoren werden nicht vor Mitte des Jahrhunderts zur Verfügung stehen. Der Zeitraum von 20 bis 30 Jahren für diesen Entwicklungsschritt wird schon seit mindestens 50 Jahren genannt. Selbst wenn in ferner Zukunft Fusionsreaktoren eine Rolle in unserer Energieversorgung spielen sollten, müssen wir die Klimakrise jetzt ohne Fusionsreaktoren lösen. Die Kernfusion auf der Sonne liefert uns auch ausreichend Energie, so dass das möglich ist.