Wie steht es mit dem Recht auf Nahrung in Europa?

Wie steht es mit dem Recht auf Nahrung in Europa?

erschienen im Parents-Newsletter #49 (Juni 2026)

GoodFooForAllDer Zugang zu ausreichender, gesunder und nachhaltig produzierter Nahrung ist ein grundlegendes Menschenrecht. Aber auch in der wohlhabenden EU hat rund ein Fünftel der Bevölkerung keinen Zugang zu ausreichender Nahrung. Die EU-Politik fördert auf viele Arten industrielle Ernährungssysteme. Dies verschärft Ernährungsunsicherheit, Klimawandel, Umweltverschmutzung, Verlust der Artenvielfalt, Ausbeutung von Arbeitskräften und Tierleid.

Kaum oder nicht genug gefördert – oder sogar durch Regelungen verhindert oder erschwert – werden dagegen ökologische Anbaumethoden, nachhaltige Beschaffung, gesunde Ernährungsumgebungen.

Die Europäische Bürgerinitiative (EBI) „Nahrung ist ein Menschenrecht für alle! Für gesunde, gerechte und nachhaltige Ernährungssysteme“ will das ändern. Sie wird von einer großen Bandbreite von Organisationen aus ganz Europa unterstützt: von landwirtschaftlichen Organisationen wie dem Netzwerk solidarischer Landwirtschaft über Umweltverbände wie Friends of the Earth Europe bis zu sozialen Verbänden wie Caritas und Brot für die Welt.

Karrote

Zentrales Ziel: Recht auf Nahrung in der EU verwirklichen

Ziel ist ein gerechtes, soziales und ökologisch nachhaltiges Ernährungssystem, das niemanden ausschließt und die Interessen von Menschen, Umwelt und kommenden Generationen schützt.

Alle Forderungen der Initiative können hier nachgelesen werden. Eine kleine Auswahl:

Gerechte Einkommen, Märkte & Handel

Landwirtschaftliche Produkte sind keine gewöhnlichen Waren und sollten nicht als solche behandelt werden. Daher fordert die Initiative ein gerechtes Einkommen für Produzent*innen, Zugang zu gesunden, nachhaltigen Lebensmitteln für alle, Begrenzung der Marktmacht großer Unternehmen, Stärkung lokaler Märkte und ein Verbot der Spekulation mit Agrarrohstoffen.

Agrarpolitik, Produktion & Ökologie

Die Gemeinsame AgrarPolitik (GAP) der EU fördert vorwiegend die Profitinteressen von Großbetrieben und Agrarkonzernen. Sie muss dringend grundlegend reformiert werden, u. a. in Hinblick auf mehr Unterstützung für Kleinproduzent*innen und eine Reduktion von Pestiziden und Düngemitteln. Die EBI fordert eine Richtlinie gegen Landkonzentration und eine Rücknahme der Deregulierung neuer Gentechniken.

Tierwohl & nachhaltige Produktion

Die EBI fordert eine Verordnung zur Stärkung des Tierschutzes, die die Umsetzung von „End the Cage Age“ sicherstellt, konkrete Maßnahmen zur Reduzierung von industriell hergestellten Tierprodukten einführt und den Landwirt*innen beim Übergang eine angemessene Unterstützung gewährt.

Gesunde Ernährung & Verbraucherschutz

Die Initiative fordert eine Richtlinie zur Förderung gesunder und nachhaltiger Ernährung und zur Förderung des Konsums von mehr Obst und Gemüse.

Anne & Arndt Jacobi

 

Europäische Bürgerinitiative

Eine Europäische Bürgerinitiative (eine Petition) ist eines der wenigen Instrumente, die den Bürgern eine direkte Mitsprache bei der Gestaltung der EU-Politik ermöglichen: Wenn eine EBI innerhalb eines Jahres die nötige Anzahl Unterschriften erreicht (1 Million, und ein Quorum in mindestens 7 Mitgliedsstaaten), ist die Europäische Kommission verpflichtet zu antworten und die Ausarbeitung neuer Gesetzesvorschläge zu diesem Thema zu prüfen.

Die EBI „Nahrung ist ein Menschenrecht für alle“ kann hier unterschrieben werden.

Weitere Infos zur EBI und zur Kampagne: Nahrung ist ein Menschenrecht 

 

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