Diskussion zum Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG)
24.2.2026 Eckpunkte zum neuen Gebäudemodernisierungsgesetz
(und bei der SPD)
Die pauschale Vorgabe eines Anteils von mindestens 65 Prozent erneuerbarer Energien bei der Wärmeversorgung für alle Neu- und Bestandbauten entfällt. Auch Betriebsverbote für bestimmte Heizungsarten soll gestrichen werden.
Auch Öl und Gasheizungen sollen weiterhin eingebaut werden dürfen. Ab 1.1.2029 müssen diese einen zunehmenden Anteil CO2-neutraler Brennstoffe nutzen („Bio-Treppe“).
Bei neuen Heizungen (Einbau ab Inkrafttreten des GMG) muss ab 1.1.2029 ein aufwachsender Anteil klimafreundlichen Brennstoffen wie Biomethan und synthetischem Treibstoff (Bio-Treppe) zu verwendet werden. 2029 soll der Anteil bei mindestens 10 Prozent liegen, der weiteren Anstieg bis 2040 soll in drei Schritten weiter erhöht werden.
Zu möglichen Kostensteigerungen für Öl und Gas heißt es: "Es bedarf einer Regelung zum Schutz der Mieter vor überhöhten Nebenkosten durch den Neueinbau unwirtschaftlicher Heizungen."
Bei den synthetischen Kraftstoffen sollen auch Wasserstoff und Wasserstoffderivate hergestellt auf Basis von fossilem Gas zum Einsatz kommen.
Mit dem GMG sollen auch die Vorgaben der Europäischen Gebäudeeffizienzrichtlinie (EPBD) 1:1 umgesetzt werden. Parallel will die Koalition, dass Umsetzungsfristen der Richtlinie verlängert werde und die Vorschriften deutlich zu verschlanken werden.
Weiter enthalten die Eckpunkte Absichtsbekundungen zur Wärmeplanung sowie zur Nah- und Fernwärme.
Das GMG soll vor dem 1.7.2026 in Kraft treten.
Pressekonferenz zur Vorstellung des GMG
Kritik am GMG-Eckpunkten
- Abschaffung der 65-Prozent-Anforderung gefährdet Klimaziele und könnte gegen die EU-Vorgabe in der EE-Richtlinie verstoßen. Weil die Klimaziele so nicht erreichbar sind, drohen Strafzahlungen an die EU.
- Bei Einbau von Gas- und sogar Ölheizungen drohen Kostensteigerungen und Lock-In-Effekt.
- Fossiles Gas wird allein durch den kommenden CO2-Preis teuer.
- Klimaneutrale Brennstoffe werden teuer, weil sie knapp sind und auch für Bereiche benötigt werden bei denen keine Alternativen bestehen (Luft- und Schiffsverkehr, als Grundstoff für die Chemische Industrie und der Stahlproduktion)
- Die Kosten für die Gasnetzentgelte werden teuer, weil die Kosten für die Instandhaltung der Netze sich auf immer weniger Gaskunden verteilt.
- Klimafreundlichen Brennstoffen sind kaum verfügbar und deswegen drohen hohe Preise für diese Brennstoffe. Die Industrie befürchtet Nachteile, wenn mehr Nachfrage nach diesem knappen Gut geschaffen wird.
- Das GMG würde der Kommunalen Wärmeplanung die Berechnungsgrundlage entziehen. Ohne Zieldaten und konkrete Zwischenschritte werden Investitionen in neue Wärmenetze oder die Transformation der bestehenden Gasnetze kaum durchführbar sein.
- Der Ausbau und die Akzeptanz von Fernwärmenetzen wird erschwert.
- Das GMG wäre ein Vertrauensbruch gegenüber Verbrauchern, Handwerk und Kommunen.
Aktionen gegen das Gebäudemodernisierungsgesetz
- P4F - Raus aus der Gaskostenfalle
- Umweltinstitut Gaskostenfalle
- GermanZero Gaskostenfalle
- GermanZero: Raus aus der Gaskostenfalle
- GMG-plan Verfassungswidrig
- Aktionsolarstrom
- WeAct-Petition von GermanZero Bezahlbare Wärme statt Gaskostenfalle! #WegVomGas
Stimmen zu den Eckpunkten
25.03.2026 Utopia Heizungsgesetz-Reform: Warum die Wärmepumpe jetzt erst recht die beste Wahl ist
24.03.2026 BUND Mit geplantem Gebäudemodernisierungsgesetz gehen Heizkosten durch die Decke
- Neue Gasheizungen könnten für Mieter*innen über 19 Jahre gerechnet mehr als 18.000 Euro höhere Heizkosten verursachen als Wärmepumpen
- Eigentümer*innen von Einfamilienhäusern laufen Gefahr, über die Jahre knapp 24.000 Euro mehr fürs Heizen zu zahlen
- BUND fordert klare Regeln zum Umstieg auf erneuerbare Wärme und einen Heizkostendeckel für Mieter*innen
24.03.2026 Habecks „Heizungshammer“ abgeräumt: Eine Analyse
Kritikpunkt: Bei Öl- und Gasheizungen droht perspektivisch eine Kostenfalle. Unter anderem genau durch diese Beimischungsregelung. Denn die klimaneutralen Ersatzstoffe dürften auch längerfristig teurer sein als herkömmliches Öl und Gas. Also wird für alle Öl- und Gasheizungsfans das Heizen teurer. Zusätzlich dazu, dass ja auch ein CO2-Preis auf Dauer anfällt. Und zusätzlich dazu, dass immer weniger Gasbrenner das gleiche Gasnetz nutzen. Dessen Erhalt und Nutzung werden dann pro Nutzer teurer.
24.03.2026 Heizungsmodernisierung unter Merz: Mit diesen Belastungen müssen Haushalte rechnen
Aktuelle Analysen des Öko-Instituts zeigen auf, dass der geplante Kurs die nationale Klimalücke bis 2030 voraussichtlich um fünf bis acht Millionen Tonnen CO2-Äquivalente und bis 2040 um 14 bis 22 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente vergrößern wird.
Ein weiteres oft unterschätztes Risiko im Zuge der geplanten Reform sind die reinen Infrastrukturkosten der Gasnetze. Die fixen Instandhaltungskosten für die kilometerlangen Rohrleitungen verteilen sich dann zwangsläufig auf immer weniger Schultern. Bis zum Jahr 2045 könnten allein durch steigende Gasnetzentgelte jährliche Mehrkosten von 3.000 bis 4.000 Euro auf einen Dreipersonenhaushalt zukommen. Hinzu kommen die stetig steigenden Belastungen durch den nationalen CO2-Preis, der laut Umweltbundesamt ab 2026 in den Emissionshandel übergeht und fossile Brennstoffe spürbar verteuern wird.
24.03.2026 Fraunhofer ISI: Reiches Heizungs-Gesetz könnte Mieter 18.000 Euro kosten
Für eine typische Mietwohnung mit 70 Quadratmetern ergeben sich daraus deutlich steigende Betriebskosten bei einer Gasheizung. Ausgehend von derzeit rund 152 Euro pro Monat steigen diese auf etwa 205 Euro im Jahr 2035 und auf rund 454 Euro im Jahr 2045.
19.03.2026 IHK-Flensburg, DGB Nord, LEE.SH
Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Energiewirtschaftsrechts zur Synchronisierung des Anlagenzubaus mit dem Netzausbau sowie zur Verbesserung des Netzanschlussverfahrens
Die im Gesetzentwurf geplanten Änderungen sowie weitere flankierende Maßnahmen der aktuellen Energiepolitik führen in der Branche zu erheblichen Unsicherheiten, so dass bereits jetzt Investitionsentscheidungen in Frage gestellt werden. Diese Umstände können zu einem Verlust an Ausbildungs- und Arbeitsplätzen führen. Dies beträfe nicht nur Unternehmen, die direkt mit Erneuerbaren Energien befasst sind, sondern auch die indirekt betroffenen Arbeitsplätze entlang der Wertschöpfungskette. Es ist von entscheidender Bedeutung, kurzfristig Planungssicherheit herzustellen, um den Zubau erneuerbarer Energien in Schleswig -Holstein nicht zu gefährden.
17.03.2026 S4F Wissenschaftler untersuchen erwartbare Preisentwicklung beim Heizen
Die Einführung der geplanten „Biotreppe“ ist teuer, die benötigten Energieträger sind absehbar nicht ausreichend verfügbar und entweichende Treibhausgase sind auch bei Bioenergie grundsätzlich unvermeidbar. Für eine kosteneffiziente und klimawirksame Transformation des Wärmesektors spricht daher vieles dafür, den Schwerpunkt auf Effizienzmaßnahmen, Elektrifizierung –insbesondere durch Wärmepumpen – sowie den Ausbau erneuerbarer Stromversorgung zu legen, während knappe erneuerbare Brennstoffe vorrangig in schwer zu dekarbonisierenden Sektoren eingesetzt werden sollten.
16.03.2026 Kleine Anfrage der Grünen an die Bundesregierung zur Gaskostenfalle
Zahlreiche Verbände und Pressestimmen sehen in diesen Änderungen eine Gefahr für die Bezahlbarkeit der Wärmeversorgung privater Haushalte – insbesondere für Mieterinnen und Mieter. Es bleibt vor allem offen, wie die Verfügbarkeit der sogenannten „grünen Gase“ sichergestellt werden soll und zu welchen Kosten für Verbrauchende diese bereitgestellt werden sollen. Es stellt sich zudem die Frage, wie die angekündigten Änderungen mit den Klimazielen, Europarecht und Verfassungsrecht zu vereinbaren sind.
Es folgen 43 Fragen im Zusammenhang mit dem geplanten GMG.
11.03.2026 Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) Bundesregierung lässt Verbraucher:innen beim Heizungstausch allein
Das GMG wird für viele Verbraucherinnen und Verbraucher zur Mogelpackung werden. Indem die Bundesregierung künftig wieder alle Heizungsarten zulassen will, lässt sie die privaten Haushalte mit den Investitionsentscheidungen und Risiken allein. Entgegen wissenschaftlicher Evidenz stellt die Bundesregierung vage Hoffnungen auf ein Hochlaufen eines Grüngasmarktes in Aussicht.
Der VZBV fordert, dass im Wärmemarkt keine sektorübergreifende Grüngasquote eingeführt wird. Grüne Gase haben aufgrund der fehlenden Verfügbarkeit und der begrenzten Klimawirkung kein Potenzial für eine Anwendung im großen Stil.
11.03.2026 Deutscher Mieterbund: Verbändevorschlag für Mieterschutz im Gebäudemodernisierungsgesetz
„Vermieter:innen entscheiden über Heizung, Energieträger und Gebäudezustand – die Heiz- und Investitionskosten tragen aber die Mieter:innen."
Einige Energieträger, wie Wasserstoff oder Biogas – sogenannte grüne Gase – werden voraussichtlich knapp und daher teuer sein. Auch das Heizen mit fossilen Gas- und Ölheizungen wird durch steigende CO2-Preise und höhere Netzentgelte teurer und ist zudem mit erheblichen Risiken behaftet.
Der Mieterbund fordert mit dem VZBV deswegen einen relativen Heizkostendeckel einzuführen.
07.03.2026 Mehr als 1700 Unternehmen kritisieren Reiches Energiepolitik
Innerhalb eines Tages haben Hunderte Firmen einen Appell gegen die Energiepolitik der Bundesregierung unterzeichnet. Besonders in der Kritik: die Reformen von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche. - Der Wirtschaftsappell
06.03.2026 Der Paritätische Fraktionsspitzen haben Eckpunkte zum Gebäudemodernisierungsgesetz vorgelegt
Die Eckpunkte senden ein problematisches Signal: Verbraucher*innen werden mit ihrer Investitionsentscheidung komplett allein gelassen und die Klimaziele für 2030 und sogar 2040 geflissentlich ignoriert. Wer heute eine fossile Heizung einbaut, zahlt in den kommenden Jahren steigende CO2-Preise, Gasnetzgebühren und Biogasaufschläge.
Die Kosten der Fehlinvestition tragen die Mieter*innen. Außerdem werden die Abhängigkeiten von fossilen Brennstoffen aus autokratischen Regimen und geopolitisch unsicheren Regionen zementiert.
Eine aktuelle Studie des Öko-Instituts zeigt, dass die geplanten Änderungen – insbesondere der Wegfall der 65%-Vorgabe – die bestehende CO2-Lücke im Gebäudesektor bis 2040 um weitere 108 bis 172 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente aufwachsen lassen.
Die Koalition zünden sie eine soziale Zeitbombe. Die angebliche ‚Technologieoffenheit‘ ist ein Geschenk für die Gaslobby, aber eine Kostenfalle für viele Privathaushalte.
05.03.2026 Immer mehr Vorwürfe gegen Reiche - Lobbyistin oder Ministerin?
Noch als Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns Westenergie, der zu EON gehört, verfasste Frau Reiche Forderungen an die nächste Bundesregierung.
Anderthalb Jahre später hat Reiche so gut wie jeden der von ihr als Vorstandsvorsitzende vorgebrachten Vorschläge in Gesetzesentwürfen untergebracht. Dazu gehört die Abschaffung der Förderung für private Solaranlagen und der Baustopp für Wind- und Solaranlagen, die in einem Gebiet mit begrenzten Netzkapazitäten angeschlossen werden wollen. Der Artikel, in dem sie ihre Vorschläge macht, ist mittlerweile von LinkedIn gelöscht. Man kann ihn aber im Web-Archiv noch aufrufen.
03.03.2026 mdr Faktencheck - Können wir künftig mit Biomethan heizen?
- Aktueller Biomethan-Anteil am Gasverbrauch bei 1,4 Prozent
- Verdreifachung der Produktion bis 2030 möglich
- Große Konkurrenz um Nutzung von Biomethan in der Industrie
- Biomethan ohne passende politische Rahmenbedingungen nicht wirtschaftlich
01.03.2026 spiegel »Habeck ist doof« ist keine Strategie Eine Kolumne von Christian Stöcker
Das Gesetzesvorhaben selbst ist eine Bankrotterklärung. Es ist so schlecht, dass nicht nur »taz« , »Süddeutsche«, SPIEGEL, »Zeit« und »Tagesspiegel« es kritisieren, sondern auch das »Handelsblatt«, die »Wirtschaftswoche« »Capital« , »NTV« , das Institut der deutschen Wirtschaft und, wenn auch ziemlich verklausuliert , sogar der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI).
27.02.2026 correctiv Heizungsreform 2026: Regierungsaussagen im Check
Es bleibt offen, ob die geplanten Änderungen mit Europäische Erneuerbaren-Richtlinie vereinbar ist.
Die Idee "Grüngas" zu nutzen, wird vor allem den Betrieb der deutschen Gasnetze verlängern, während Haushalte nicht auf klimafreundliche Heizsysteme wie Wärmepumpen oder Fernwärme umsteigen.
Nur grüner Wasserstoff, erzeugt mit erneuerbaren Energien, ist fürs Klima unschädlich. Er ist jedoch knapp und teuer und wird in besonders energieintensiven Industrien wie dem Chemiesektor benötigt. Blauer und türkisfarbener Wasserstoff hingegen werden aus Erdgas hergestellt, weshalb die Herstellung weiterhin klimaschädliche Emissionen verursacht. Es gibt aktuell nicht genug Biomethan, um die geplante Grüngasquote zu erfüllen.
26.02.2026 Maurice Höfgen Mieter, Klima, Gaslobby? Die SPD hat sich falsch entschieden!
An die Stelle der 65 Prozent tritt jetzt eine sogenannte Grüngas-Quote. Bei neuen fossilen Heizungen soll also nicht nur klassisches Erdgas durch die Leitung fließen, sondern Biomethan oder Wasserstoff beigemischt sein. Oder eben synthetischer Diesel für Ölheizungen. Allerdings erst ab 2029 und nur zu kleinem Anteil von zehn Prozent. Damit fällt die neue Regelung sogar hinter das zurück, was die letzte Merkel-Regierung im Jahr 2020 – also vor Habecks Ministerposten – beschlossen hatte. Ein Verbot von neuen Ölheizungen ab 2026 nämlich.
26.2.2026 taz SPD und Heizungsgesetz - Debakel mit rotem Schleifchen
Das GMG wird wahrscheinlich dafür sorgen, dass die Klimawende beim Heizen weitgehend zum Stillstand kommt.
Es ist eine Illusion, dass bald genug billiges grünes Gas geben wird.
Die Zeche für diese Fehleinschätzung der Union werden die MieterInnen zahlen. Wenn Spahns Seifenblasen – die massenhaften billigen Biogasimporte aus der Ukraine – zerplatzt sind, werden Millionen MieterInnen fette Gasrechnungen blechen müssen.
26.02.2026 Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW)
Mit dem Wegfall der 65-Prozent-Anforderung an neue Heizungen sieht der BDEW die reale Gefahr, dass die Klimaziele im Gebäudesektor noch schwieriger erreicht werden können.
Die deutschen und europäischen Klimaschutzziele müssen weiter gelten: Da Deutschland in die europäischen Klimaschutz- und Emissionsschutzziele eingebunden und verpflichtet ist, würde eine Verfehlung dieser Ziele erhebliche Strafzahlungen in Milliardenhöhe für Deutschland im Rahmen des Effort-Sharing-Mechanismus nach sich ziehen. Das GMG darf nicht der europäischen Gesetzgebung widersprechen, dies gilt nicht nur für die gültige EPBD.
Wärmeversorgung muss bezahlbar sein: Die zeitlich und räumlich uneingeschränkte Öffnung der „Bio-Treppe“ wird, auch in Verbindung mit einer Grüngasquote, erheblichen bürokratischen Aufwand auslösen. Das Zusammenwirken der Preiskomponenten wie beispielsweise Grüngaspreis (Treppe und Quote), Netzentgelte oder perspektivischer CO2-Preis ist kaum abschätzbar und birgt die Gefahr sozialer Verwerfungen im Bereich der Wohnungsbeheizung.
26.02.2026 BDI GMG-Eckpunkte: Gut, dass Koalition Klarheit schaffen will
Die Stellungnahme des BDI liest sich wie ein Arbeitszeugnis: Die Koalition hat sich bemüht:
Wärmeerzeuger, die schon heute vollständig erneuerbare Energien einsetzen, erfüllen die Anforderungen der Zukunft. Die Industrie hat hierfür massiv investiert und steht bereit, die Transformation der Gebäudebeheizung umzusetzen.
Es ist sehr wichtig, dass die Grüngasquote auf die Beheizung von Gebäuden begrenzt wird und den notwendigen Wasserstoffhochlauf in der Industrie nicht beeinträchtigt. Gebäudeeigentümer müssen transparent über mögliche Preisanstiege informiert werden.
26.02.2026 pv-magazine Wärmepumpen- und Elektrobranche formulieren Kritik an Regierungsplänen zum Gebäudemodernisierungsgesetz
Der Bundesverband Wärmepumpe und der Zentralverband Elektro- und Informationstechnischen Handwerke warnen vor Rechts- und Planungsunsicherheit.
Die angekündigten, tiefgreifenden Gesetzesänderungen „gehen leider zu Lasten einer klaren Orientierung“ und deshalb sei es „umso wichtiger, dass die bewährte Förderung von Wärmepumpen weitergeht“. Diese müsse nämlich „die schwerwiegenden Rückschritte kompensieren, die durch den Wegfall der 65 Prozent-Vorgabe für neue Heizungen entstehen“.
Mit den Eckpunkten, so die energiepolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Nina Scheer, werde „ein koalitionäres Kernvorhaben von CDU/CSU auf den Weg gebracht, das sogenannte Heizungsgesetz abzuschaffen. Von Seiten der SPD wurde dieses Vorhaben von Beginn an für falsch gehalten.“ Mit der jetzt „entgegen der klaren Positionierung der SPD“ vorgesehenen Streichung der 65 Prozent-Quote sei einem Wunsch der Union entsprochen worden. Die in den Eckpunkten dargelegte „Bio-Treppe“ von 10 Prozent Bioenergie-Anteil ab 2029 für neue Heizungen und einer Grüngasquote von 1 Prozent ab 2028 im Bestand seien „zu niedrig, um beschleunigt fossile Ressourcenabhängigkeit zu überwinden sowie saubere, sichere und bezahlbare Wärme entlang der Klimaschutzziele zu erreichen“.
25.02.2026 Nina Scheer (SPD): Gebäudemodernisierungsgesetz verlangt klimaschutz- und mietergerechten Förderrahmen
Die Koalition hat mit dem Koalitionsvertrag vereinbart, alle Potenziale der Erneuerbaren Energien nutzen zu wollen. Möglichen Unsicherheiten im Bereich Erneuerbarer Energien muss bei Fortfall von Ordnungsrecht umso mehr förderseitig begegnet werden, damit es im Ergebnis zu keinen Rückschritten in der Wärmewende kommt und auch die verfassungsrechtlichen Anforderungen zum Klimaschutz sowie der Schutz von Mieterinnen und Mietern erfüllt werden. In diesem Sinne wird auch die mit den Eckpunkten verständigte auskömmliche Förderung zu verstehen sein.
25.02.2026 Agora Energiewende Statement zum Eckpunktepapier zum Gebäudemodernisierungsgesetz
Unklar bleibt mit den Eckpunkten, wie sich die Bedarfe für knappes Grüngas entwickeln. Das schwächt die Planungssicherheit für Verbraucherinnen und Verbraucher – insbesondere mit Blick auf die Entwicklung ihrer Heizkosten – aber auch für Industriekunden, die künftig stärker auf Grüngase angewiesen sind.
25.02.2026 spiegel In den Dreißigerjahren kommt die Quittung
Das neue GMG wäre ein klimapolitisches Desaster. Die Pläne führen laut Experten sehr wahrscheinlich dazu, dass sehr viel mehr CO2 in die Atmosphäre ausgestoßen wird als zuletzt noch erwartet.
Die vorgestellten Eckpunkte decken sich mit den Lobbyinteressen der Mineralölunternehmen und dem Eigentümerverband Haus & Grund.
Wissenschaftler des Wuppertal-Instituts und des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) erklärten im November, »die Grüngas-Quote ist aus Sicht des Klimaschutzes und der Industrie nicht zielführend«. Es gebe nicht genug Biomethan in Deutschland, folglich müsste es importiert werden und das würde wiederum die Gaspreise erhöhen.
Experten erwarten, dass durch das GMG die CO2-Reduktion in Gebäudesektor deutlich geringer ausfallen wird als bisher erwartet - Experten des Ökoinstituts rechnen mit 30 Millionen Tonnen weniger Einsparungen durch das neue Gesetz. Klimapolitisch richtet es demnach großen Schaden an.
Die Bundesregierung locke Verbraucher in die Kostenfalle, sagt Brigitte Knopf Direktorin der Denkfabrik Zukunft KlimaSozial. »Zudem sind Mieter nicht ausreichend geschützt, denn sie haben keinen Einfluss auf die Heizungsart ihrer Wohnung«, so Knopf.
Schon die Einsparungen durch das GEG reichen nicht. Die Denkfabrik Agora Energiewende hatte im Januar errechnet, dass Auf Deutschland Anfang der Dreißigerjahre mit Strafzahlungen zwischen 13 und 34 Milliarden Euro rechnen müsse. Durch das GMG kämen noch einmal bis zu viereinhalb Milliarden Euro hinzu.
25.02.2026 Bundesverband Geothermie sieht deutlichen Nachbesserungsbedarf bei Gebäudemodernisierungsgesetz
Der Bundesverband Geothermie (BVG) kritisiert die von den Fraktionsspitzen vorgestellten Eckpunkte zum Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG). Das vielfach als wirksam anerkannte zentrale ordnungsrechtliche Element, nämlich die Vorgabe, dass jede neue Heizung mit mindestens 65 Prozent Erneuerbaren Energien betrieben werden muss, wird abgeschafft. Damit sorgt der Gesetzgeber für Verunsicherung. Zudem ist zu prüfen, ob er damit auch im Widerspruch zur verbindlichen EU-Vorgabe in Artikel 15a der EE-Richtlinie steht, die die Nutzung Erneuerbarer Energien in Gebäuden verbindlich festschreibt.
25.02.2026 Gebäude Energieberater: Harte Kritik am geplanten Gebäudemodernisierungsgesetz
Kritiker befürchten weniger Klimaschutz und mehr Kosten für die Verbraucher.
Kritisch sieht der Bauherrenschutzbund (BSB) die so genannte Bio-Treppe. Da diese zunehmend auf nur begrenzt verfügbare grüne Gase und Wasserstoff setze, drohten aktuell nicht kalkulierbare Mehrkosten für private Haushalte.
25.02.2026 BSB-Statement zu den Eckpunkten des Gebäudemodernisierungsgesetzes
Mit der geplanten „Bio-Treppe“, die zunehmend auf nur begrenzt verfügbare grüne Gase und Wasserstoff setzt, drohen aktuell nicht kalkulierbare Mehrkosten für private Haushalte. Entscheidend ist deshalb, dass das neue Gebäudemodernisierungsgesetz die unabhängige Energieberatung und den individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) stärkt.
25.02.2026 Tagesspiegel Streit ums Heizungsgesetz
Die schwarz-rote Koalition hat sich auf eine weitreichende Reform des Heizungsgesetzes geeinigt – Hausbesitzer sollen beim Heizungseinbau wieder frei wählen dürfen. Grünen-Chef Felix Banaszak kritisiert das scharf, Verbraucherschützer warnen vor neuer Verunsicherung. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und Unionsfraktionschef Jens Spahn (beide CDU) verteidigen die Pläne als Rückkehr zur Bürgerfreiheit.
25.02.2026 taz Freiheit zum absoluten Blödsinn
Die Koalition will das Gebäudeenergiegesetz völlig entkernen. Doch Klimaneutrale Brennstoffe sind rar und werden ohnehin in der Industrie viel dringender gebraucht. Die Knappheit bedeutet hohe Preise. Durch den CO2-Preis wird auch das fossile Öl und Gas zunehmend teurer.
25.02.2026 ZVEI kritisiert Pläne der Bundesregierung zum GMG
- „Statt Orientierung und Verlässlichkeit zu schaffen, produziert die Bundesregierung neue Unsicherheit für Hersteller, Handwerk, Eigentümer und Mieter.“
- „Energiepolitik im Allgemeinen und das Thema Heizen im Besonderen werden weiter verkompliziert. Von Technologieoffenheit kann keine Rede mehr sein: Bereits heute gibt es unterschiedliche CO2-Preise auf Stromproduktion und Gasverbrauch sowie unterschiedliche Energiesteuern. Nun kommen zwei neue Öl-/Gasquoten hinzu, jeweils eine für Bestandsanlagen und für neue Heizungsanlagen. Das wird unübersichtlich und konterkariert den CO2-Preis als zentralen Baustein der Energiepolitik.“
- „Anstatt die Resilienz im Wärmesektor zu stärken, bleibt Deutschland abhängig von Öl- und Gaslieferungen.“
25.02.2026 Solarserver Viel Kritik, wenig Zustimmung
Solarserver hat Reaktionen von unterschiedlichen Verbänden zu den Ankündigungen der Koalition gesammelt.
25.02.2026 IW-Köln Neues Heizungsgesetz: Zwei-Personen-Haushalte müssten jährlich 350 Euro mehr zahlen
Das IW-Köln urteilt: „Aus Gründen der Planungssicherheit hätte das Gebot zum Einbau klimaneutraler Heizungssysteme erhalten bleiben müssen.“ Offen ist auch, ob die vorgesehenen Regelungen gegenüber gesetzlichen Vorgaben Bestand haben, wie den höchstrichterlichen Entscheidungen deutscher Gerichte oder den Vorgaben der Europäischen Gebäudeeffizienzrichtlinie (EPBD).
24.02.2026 DUH Herzstück der Gebäudepolitik ausgehöhlt und Absage an Klimaschutz in Gebäuden
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert die heute bekannt gewordene Einigung zwischen den Koalitionspartnern zum Gebäudemodernisierungsgesetz aufs Schärfste. Die vorgestellten Eckpunkte ignorieren die breit vertretene Kritik von Sozialverbänden, Industrievertretern und Umweltorganisationen und erfüllen nach Bewertung der DUH alle Wünsche der fossilen Lobby bedingungslos. Besonders kritisiert die DUH die Streichung der 65-Prozent-Regel und den Beimischungszwang in Form einer Grüngas- und Grünölquote für neue Öl- und Gasheizungen. Damit bekommt der Einbau von neuen Öl- und Gasheizungen einen Freifahrtschein. Auch der Verbraucherschutz wird gestrichen: Die bisher obligatorische Beratung bei Einbau einer neuen Heizung wird ebenfalls ersatzlos abgeschafft.
24.02.2026 table.briefings Wie sich die Union auf ganzer Linie durchsetzte
Die Union setzte sich bei der Reform des Gebäudeenergiegesetzes entscheidend durch: Die 65-Prozent-Erneuerbaren-Vorgabe für neue Heizungen wurde gestrichen. Gas- und Ölheizungen bleiben weiter erlaubt, während eine nur geringe Grüngasquote eingeführt wird.
Videos
- 24.03.2026 Verstößt die Bundesregierung gegen eigene Gesetze? Barbara Metz über die neue Energiepolitik
- 08.03.2026 Knapp 2.400 Unternehmen kritisieren Energiepolitik der Bundesregierung
- 07.03.2026 Anne Will “Heizungsgesetz” weg, Klimaschutz egal? Mit Ann-Kathrin Büüsker
- 03.03.2026 Interview mit Hans-Josef Fell
- 03.03.2026 Luisa Neubauer bei einer Demo in Berlin
- 03.03.2026 Maurice Höfgen Wirtschaftsministerin Reiche blamiert sich im ARD-Interview!
- 27.02.2026 Michael Sterner Solar-Hammer 2027: Das Ende der privaten Energiewende? (EEG-Leak)
- 30.09.2025 Ist Ministerin Reiche gekauft? – Die Wahrheit ist BRUTAL!
Raus aus der Gaskostenfalle!
Stimmen vor Veröffentlichung der Eckpunkte
04.02.2026 ZFK "Katastrophe, wenn 65-Prozent-Regel fällt": Union bei Heizungsgesetz unter Druck
Dass die Umweltorganisation Greenpeace mindestens die Beibehaltung der 65-Prozent-Regel fordert, dürfte niemanden überraschen. Nun veröffentlichte sie aber ein Gutachten der Hamburger Energiekanzlei Rechtsanwälte Günther. Demnach würde ein Senken der 65-Prozent-Vorgabe "einen verfassungsrechtlichen unzulässigen Rückschritt beim Klimaschutz zu Lasten künftiger Generationen darstellen". Die Gutachter verweisen unter anderem auf ein Klima-Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2021.
27.01.2026 Handelsblatt: IEA-Chef warnt vor Gas-Abhängigkeit
Die Energieversorgung Europas hat zunehmend geopolitische Relevanz. „Die Souveränität, Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit Europas werden entscheidend davon abhängen, welche energiepolitischen Entscheidungen wir in Europa treffen werden“, sagte der Chef der Internationalen Energie-Agentur (IEA), Fatih Birol
Januar 2026 WWF Was bei der Erstellung des Gebäudemodernisierungsgesetzes beachet werden sollte
Die Forderung „Wir schaffen das Heizungsgesetz ab“ ist in der praktischen Umsetzung alles andere als trivial. Klimaschutz ist nicht nur als Verfassungsgut und im internationalen Recht fest verankert, sondern kann zugleich ein bedeutender Boost für die heimische Wirtschaft sein. Entscheidend sind dabei die konkrete Ausgestaltung der Maßnahmen und der politische Wille der Entscheidungsträger:innen.
Komplexe regulatorische Fragestellungen lassen sich nicht mit verkürzten Antworten auflösen, ohne das Risiko einzugehen, Rechtsunsicherheiten zu erzeugen oder zukunftsrelevante Wirtschaftsbranchen unter Druck zu setzen. Eine nachträgliche Anpassung einer Vielzahl eng miteinander verknüpfter Rechtsinstrumente kann Deutschlands Resilienz und Wohlergehen nachhaltig schaden.
Seit nunmehr zwei Jahren besteht ein geltender und funktionierender Rechtsrahmen, auf den sich sowohl Wirtschaftsakteure als auch private Haushalte eingestellt haben. Die Wärmewende gewinnt wieder an Fahrt. Das Klima, Haushalte und Zukunftsbranchen profitieren. Das Tempo muss nun erhöht statt gedrosselt werden.
Zentrale Vorgaben zurückzunehmen und grundlegende Prinzipien wie Verbraucher- und Klimaschutz zu vernachlässigen, birgt die Gefahr, dieses Gefüge nachhaltig ins Wanken zu bringen.