Kommunale Wärmeplanung Chemnitz

P4F Chemnitz
P4F Chemnitz • 3 Dezember 2025
0 Kommentare
Gesamtzahl der „Gefällt mir“-Stimmen 0 Gefällt mir

Kommunale Wärmeplanung (KWP) Chemnitz

 

+++ Update 22.02.2026

Es ist davon auszugehen, dass in der Chemnitzer KWP die Preise fürs Heizen mit Wasserstoff bewusst zu niedrig angesetzt wurden, in dem man Preisbestandteile einfach wegließ.

Wir zitieren hier aus einer Expertise vom 20.02.2026, die dem Umweltamt als Stellungnahme zuging:

" Die Anlage [4, red. Anmerkung] nennt für das Zieljahr 2045 einen möglichen Haushaltskunden- Preiskorridor von etwa 11…20 ct/kWh für durch Wasserstoffverbrennung erzeugte Wärme und leitet daraus eine potenziell günstigere Wärmeversorgung gegenüber Wärmepumpen und Wärmenetzen ab ....

.... Die im Wärmeplan zitierte Untersuchung des Fraunhofer ISI wurde in der Anlage 4 inhaltlich falsch wiedergegeben. Tatsächlich weist die Studie für das Zieljahr 2045 Großhandelspreise in einer Größenordnung von etwa 5…18 ct/kWh für 2045 aus, nicht jedoch Haushalts- bzw. Endkundenpreise.

Die ausgewiesenen Preise beinhalten somit keine

  • Transportkosten,
  • Speicher- und Infrastrukturkosten,
  • Steuern, Abgaben und Umlagen.

Unter Berücksichtigung dieser zusätzlichen Kosten ist davon auszugehen, dass reale Haushaltspreise deutlich oberhalb der im Wärmeplan angesetzten Werte liegen. Zudem zeigt die gleiche Studie, dass Wasserstoff selbst bei sehr niedrigen Großhandelspreisen nur einen marginalen Beitrag zur Gebäudeheizung leisten würde. "

Aus Sicht Parents for Future wurden weitere Preisbestandteile ignoriert:

  • Deckungsbeitrag zum operativen Geschäft
  • Marge gegenüber dem Endkunden

Oder kurz gesagt: Die im Wärmeplan angenommenen 11 - 20 ct/kWh fürs Wasserstoffheizen, bzw. die  5 - 18 ct/kWh Wasserstoffgroßhandelspreis in der Fraunhoferstudie muss man mindestens verdoppeln, um zu einer realistischen Preisannahme zu gelangen.

 

+++ Update 18.02.2026

Wir haben Stadträte und andere Akteure aufgefordert, bis zum Ende des öffentlichen Beteiligungsverfahrens am 22.02.2026 gegen die Ausweisung von Wasserstoffprüfgebieten Einspruch zu einzulegen. Stadträte sollen den Plan ablehnen, wenn die KWP-Version, die dem Gremium im Laufe des Jahres vorgelegt werden wird, diese Gebiete noch enthalten. OB Sven Schulze haben wir ebenfalls in Kenntnis gesetzt.

 

+++ Update 16.02.2026

Nach dem KWP-Eklat am 10.12.2025, bei dem der "AEUS"-Ausschuss von Stadt und Stadtrat die für den 11.12.2025 öffentliche Infoveranstaltung platzen ließ, liegt nun der überarbeitete Entwurf der Chemnitzer KWP vom 21.01.2026 öffentlich aus: Bürger können bis  22.02.2026 Einwände, Anmerkungen etc. einbringen. Am 14.01.2026 beschloss der Ausschuss, dass die Überarbeitung der Öffentlichkeit zugeleitet werden kann. In einer Beratung am 08.01.2026 einigte man sich auf Vorgaben zur Überarbeitung des ursprünglichen Wärmeplans vom 11.11.2025, zu denen auch das Klimabündnis Chemnitz Hinweise gab. Schlussendlich fand die öffentliche Infoveranstaltung am 29.01.2026 statt.

Den Bürgern, die sich mit der Materie nicht so auskennen, eine Orientierung zu geben, wie sie künftig heizen können: Diesen Anspruch formuliert die Stadt selbst an die KWP. Weshalb die in den Wasserstoffprüfgebieten nun zusätzliche erwähnte Heizbarkeit mit erneuerbaren Energien (sog. "EE-Heizungen", bspw. Wärmepumpen) gut ist. Andererseits suggeriert die Ausweisung von Wasserstoffprüfgebieten - also da wo schon das Gasnetz liegt, aber nie Fernwärme ausgebaut wird - den Bürgern, dort könne man ewig mit Gaskessel und Gastherme weiterheizen: Heute noch mit Erdgas, morgen mit grünem Wasserstoff, und Hauptsache das Gerät ist "H2-ready". Das ist jedoch definitiv nicht so: Dem Erdgas für H2-ready-Gasthermen können maximal 20% Wasserstoff beigemischt werden. Außerdem: Weiter Heizgase zu verbrennen ist nicht möglich. Einmal aufgrund der CO2-Bepreisung, die Erdgas immer teurer macht. Zum Anderen belegen alle seriösen wissenschaftlichen Untersuchungen, dass grüner Wasserstoff nie in der Menge und zu den Kosten verfügbar sein wird, um damit bezahlbar zu heizen. Drittens erfordert die Eindämmung der sich verschärfenden Klimakrise den Schlussstrich unter Treibhausgas erzeugende Verbrennung mit fossilen Energieträgern wie Erdgas.

In Zusammenschau der Faktenlage bis hierher hat das Klimabündnis Chemnitz am 12.02.2026 ein erweitertes Statement in den bis 22.02.2026  laufenden Beteiligungsprozess der Öffentlichkeit zur KWP eingebracht, das auch die bisherige Debatte noch einmal in fachlicher Hinsicht zusammenfasst und eindringlich auffordert, den Unsinn, Wasserstoff als Heizgas zu verkaufen, endlich zu beenden.

 

+++ Update 10./23.12.2025

Inzwischen hat Greenpeace einen Brief an den OB verfasst, der unten in den Unterlagen aufgeführt und am Blog als PDF angehängt ist.

Zum Chemnitzer KWP-Eklat: Die öffentliche Veranstaltung zur KWP am 11.12.2025 wurde abgesagt - siehe Artikel der Freien Presse, der die Kritik des Chemnitzer Klimabündnisses enthält.

 

+++ Ursprünglicher Blog "Schildbürgerstreich KWP Chemnitz"

Chemnitz, 3.12.2025, mit redaktionell-inhaltlichem Update vom 23.12.2025/16.02.2026

Das Klimabündnis Chemnitz und Umgebung hat zum Stand der örtlichen Kommunalen Wärmeplanung (KWP) eine Pressemitteilung und ein ausführliches Statement abgegeben.

Bevor wir weiter unten alle aktuellen Fakten teilen, hier unsere satirische Einschätzung der KWP Chemnitz - wir können und wollen uns das nicht verkneifen und sind uns natürlich bewusst, dass manche kein Verständnis für lokalpolitische Satire haben:

Stadt und eins Energie wollen  Gaskunden zum Narren halten und ihnen das Märchen vom Heizen mit Wasserstoff aufschwatzen. Das Bild mit der Märchentante fasst satirisch  die Kommunale Wärmeplanung in Chemnitz zusammen:

Bild einer Märchentante mit dem satirischen Text: Wärmepumpe zu teuer? Dann heize doch mit Wasserstoff.

Zurück zum Ernst der Lage:

Folgende Dokumente und Beiträge wurden veröffentlicht, bevor die Veranstaltung der Stadt zur KWP, die am 11.12.2025 im Chemnitzer Tietz stattfinden sollte, abgesagt wurde:

Files