Grundsteinlegung Holzkraftwerk - Kritische Begleitung

P4F Chemnitz
P4F Chemnitz
Event date 19 Okt. '26 11:00
Veranstaltungsort Baustelle Holzkraftwerk • de, DE, Chemnitz, 09117, Mauersberger Str. 6
0 Kommentare
Gesamtzahl der „Gefällt mir“-Stimmen 0 Gefällt mir

Grundsteinlegung mit Sektempfang für neues Holzkraftwerk

Chemnitz, 19.10.2026

Die Bürgerinitiative Siegmar und Parents for Future laden zur kritischen Begleitung des Sektempfangs ein, den Auftraggeber und Betreiber zur Grundsteinlegung des Holzkraftwerks Chemnitz veranstalten.

Wer mit ÖPNV anreist nimmt ab Innenstadt am besten die Straßenbahn Linie 4, mit Umstieg am Flughafen in Linie 43 Richtung Rabenstein, bis Haltestelle "Mauersberger Str. Ost". Achtung: Die 43 fährt nur alle 30 min.

Gleich gegenüber befindet sich die Baustelle:

Bild der Baustelle des Holzkraftwerkes

Lageplan:

Lageplan Holzkraftwerk auf Open Street Map

 

Verhindern lässt sich der Bau nicht mehr - das Amt musste genehmigen, auch weil sich die Abgas-Grenzwerte in den Papieren von Gesetz und Antrag des Betreibers nicht widersprechen.

Seit Jahren haben BI und Chemnitzer Klimabewegung auf die katastrophale Wirkung von Holzverbrennung im Industriemaßstab hingewiesen - was natürlich seitens eins Energie und des künftigen Betreibers immer wieder mit Beruhigungspillen vom Tisch gewischt wurde.

Jede dieser Anlagen heizt den weltweiten Brennholzbedarf, und damit den Ökozid an den letzten verblieben Urwäldern, an - selbst wenn von den Chemnitzer Offiziellen natürlich stets beteuert wird, man rode keine Urwälder, sondern verfeuere nur Hackschnitzel. Und an Giftmüll grenzendes Straßenbegleitholz. 10% des Holzes können weltweit beschafft werden, der Betreiber sichert lediglich einen Beschaffungsradius von 250 km bei 90% des Brennmaterials zu. Anfahrt natürlich per LKW. Stichwort "Kohlestoffkreislauf" und man würde nur so viel emittieren wie vorher CO2 im Holz gebunden wurde: Da wissenschaftlich längst klar ist, dass die Treibhausgasemissionen von Holzbrand nicht null gesetzt werden können, sind sämtliche Treibhausgasbilanzen Fabeln, sofern sie, wie in Chemnitz, das Holz als CO2-freie, erneuerbare Energiequelle führen. Leider erlaubt das Gesetz, CO2 aus Holzbrand zu ignorieren und sich in die Tasche zu lügen. Das letzte Totschlagargument des Versorgers gegen jegliche Vorschläge des Klimabündnisses endete immer so, dass günstige Energiepreise für Endkunden und Versorgungssicherheit nur mit Hilfe ihrer Pläne und nicht anders gehen - dabei haben sie Alternativen zu ihren Plänen der Öffentlichkeit weder vorgerechnet, und schon gar nicht die Annahmen ihrer Berechnungen veröffentlicht. Wer keine Transparenz walten lässt kann immer alles behaupten, und niemand kann das prüfen.

Umweltverbände hatten das Projekt  im Vorfeld der Chemnitzer Genehmigungsprozeduren vor knapp 2 Jahren noch einmal abschließend durchleuchtet. Insbesondere das dort enthaltene Infopapier der Umweltverbände wie dem NABU, und auch das Gutachten der FH Zwickau, spiegeln wichtige Fakten aus Sicht Nachhaltigkeit wider.

Künftig wird sehr genau auf Transparenz und Korrektheit der Herkunftsnachweise des in Chemnitz verbrannten Holzes zu achten sein.

Vor dem Hintergrund der Verwertungskette vom gefällten Baum bis in den Ofen ist es prinzipbedingt unmöglich, dass man sich darauf verlassen kann, Herkunftsnachweise seien wahrheitsgemäß und nicht gelogen. Nur im Idealfall ist die legale Herkunft ab Entnahmestelle bei zertifizierten Waldbesitzern nachweisbar. Insbesondere bei den 10% des weltweit beschafften Holzes wird das interessant.

Na dann, ein Prost mit Sekt auf die neue Dreckschleuder, deren nicht filterbarer Ultrafeinstaub zukünftig die Chemnitzer Lungen beglücken wird.