Gen-Z Protest in Chemnitz
Chemnitz, 31.10.2026
Die Chemnitzer Organisator*Innen der deutschlandweiten Jugendproteste hatten am 31.10. um 14 Uhr zur Demo aufgerufen, über die wir hier berichten.
Die Jugendproteste in Deutschland wurden mit Spannung erwartet - aufgrund von Ausschreitungen bei thematisch ähnlich gelagerten Demonstrationen in Frankreich wurden sie von bekannten konservativ-reaktionären Multiplikatoren im Vorfeld kriminalisiert.
Dabei ist auf der Seite https://genz-regelt.de ganz klar im Demokonsens ersichtlich, dass die Jugendproteste einen friedlichen Charakter haben.
Aufgerufen wurde in 34 Städten, darunter in Chemnitz.
Die Forderungen der jungen Menschen sind umfassend und absolut nachvollziehbar:
- Geld für Schulen, Suchthilfe und Psychotherapie statt Kürzungen
- Bezahlbares Leben. Die Sorgen der Menschen gehören ganz oben auf die Tagesordnung
- Lasten gerecht verteilen, statt bei der jungen Generation zu sparen
- Nein zur Wehrpflicht. Über unsere Zukunft entscheidet niemand ohne uns
- Grundrechte schützen, statt die Überwachung immer weiter auszubauen
- Konsequenter Klimaschutz jetzt, damit wir eine Zukunft haben
Die Chemnitzer Demonstration mit ca. 500 Teilnehmer*Innen startete nach einer Rede am Karl-Marx-Monument über den Wall, Innere Klosterstraße, Brühl, zurück zum Marx-Kopf. Natürlich blieb alles friedlich - was sonst. Die einzigen Provokationen - 4 mutmaßliche Rechtsextreme wollten sich auf der Inneren Klosterstraße in die Demo mischen - wurden von einem Trupp der Polizei schon im Ansatz verhindert: Sie schoben sich mit ihren Körpern zwischen die Provokateure und den Demozug.
Die fehlende Zukunftsperspektive der Jugend war Hauptthema der Rede: Lediglich prekäre Jobs nach der Ausbildung, oder zum Militär gehen sei möglich. Die Rufe auf der Demo waren insbesondere am AfD Büro stark antifaschistisch - eine akustische Brandmauer. Kapitalismuskritik kam nicht zu kurz - wurzeln doch heute Krieg, Faschismus sowie hemmungslose Ausbeutung von Mensch und Natur unter gleichzeitiger hemmungsloser Bereicherung weniger im real existierenden, kapitalistischen System.
Zwei Demonstrant*Innen waren in EU Flaggen gehüllt - absolut cool! Für sie ist die wesentliche "staatliche" Perspektive die Europäische Union. Weil natürlich klar ist, dass ohne die EU alle 27 europäischen Zwergstaaten zwischen den Imperien zerrieben würden, agierten sie allein. Europa als solidarisches Projekt, von Jugendlichen stark geschätzt. Wow.
Die Demonstration führte an den 3 toten Bäumen am Chemnitzer Herzen entlang: Platanen - ursprünglich im Mediterranen beheimatet - sind eben doch nicht der Wunderbaum gegen die Klimakatastrophe, als der er uns seitens der Stadt Chemnitz immer verkauft wurde.
In den Berichten des Weltklimarates IPCC ist ganz klar gesagt, dass neben der Dekarbonisierung v.a. der Energieerzeugung die Wiederherstellung der Natur der wichtigste und einfachste Klimaschützer ist - bspw. Entsiegelung städtischer Flächen wie dem Bahnhofsvorplatz, wiedervernässen von Feuchtgebieten statt ihre Trockenlegung zwecks monetärer Gewinnerzielung, stehen lassen statt abholzen gesunder Bäume und Wälder.
Am 13.11. wird um 15 Uhr der nächste schweigende Trauerzug für die Bäume stattfinden - bitte im schwarzen Trauerfloor, mit schwarzem Regenschirm und grüner Gießkanne. Er beginnt mit einer Schweigeminute an den besagten, toten Platanen bei den Pinguinen:
